Bericht Konzert „Ich hass mich" 26.11.2005 im Backstage089 München

Freitag morgen um sieben Uhr. Ich verlasse das Haus und werde lieblich mit großen Schneeflocken beschneit. Herrlich! Eine romantische, gemütliche Stimmung kommt in mir aus. Endlich geht es los in Richtung Daniel. Heute nach Augsburg, zu Goofy, zusammen mit Sina und Jule, morgen dann zum Konzert nach München und am Sonntag Mittag wieder ab Augsburg zurück.

Um mich herum die lauten Geräusche der Straßen. Schon um diese Zeit fahren viele Autos auf der Hauptstraße vor meiner Haustür. Ich gehe zur Straßenbahn und höre sie quietschen. Mein Trip zu Daniel beginnt wie sein neues Album – mit der Straßenatmosphäre.

Ich muss daran denken, dass ich bei Bekanntgabe der zwei „Ich hass mich“-Konzerte etwas überfordert war und nicht wusste, wie ich es schaffen kann, das Geld für die Karten möglichst schnell zu besorgen. Laut dem Text auf der HP schien die Kartenzahl ja begrenzt zu sein. Nach einer kurzen Absprache mit meiner Schwester bestelle ich aber ein paar Stunden später unsere Karten. Kurze Zeit später war das Geldproblem auch aus der Welt, denn wenn man nicht ständig an den Mangel denkt, kommt das Geld fast von alleine…na ja, nicht ganz, aber es kommt dann, wenn man es braucht, eben bevor es „zu spät“ ist.

Auf dem Magdeburger Bahnhof treffe ich mich mit Sina, zusammen fahren wir nach Leipzig, wo wir uns mit Jule treffen. Im Saturn dort im Bahnhof erkundige ich mich erstmal nach Daniels Album, was komischerweise nicht im Chart-Regal auf Platz 54 eingeordnet liegt. Der Verkäufer findet es im Regal bei „K“ …und ich sage, dass ich die zwei Exemplare mal auf den richtigen Platz legen werde – auf Platz 54 der Charts. Er guckt mich etwas komisch an, lässt mich aber machen. Irgendwie fühlt man sich doch wie bei einer Mission, die man ausführen muss.

Dann warten wir zu dritt auf unseren Zug am Gleis, als uns plötzlich jemand begrüßt! Reni! Wir treffen Reni auf dem Leipziger Bahnhof, werden mit ihr zusammen den gleichen ICE nach Bayern runter nehmen. Nur, dass sie schon in Nürnberg aussteigen wird und wir erst in Augsburg. So eine Freude! Wir sind also kaum von zu Hause los, da treffen wir schon die ersten Fans, die auch auf dem Weg zu Daniel sind. Unser ICE soll ne Viertelstunde Verspätung haben. Auf den Bahnschildern steht auch, dass der nächste Zug der ICE nach München ist. Und dann kommt er auch schon eingefahren. Wir steigen ein, finden nette Plätze, ziehen die Jacken aus. Da plötzlich eine Durchsage: „Bitte beachten Sie, dass dies der ICE nach Hamburg Altona über Berlin ist!“. Hilfe, der falsche Zug! Panik. Schnell wieder raus, alle Sachen schnappen. Au den Schildern im Gleis steht aber immer noch, dass das der ICE nach München ist. Schnell wird ein Bahnbeamter gefragt, der erst scheinbar keine Lust zu antworten hat, ich war nicht die einzige, die die Frage hatte. Dann sagt er mir aber doch, dass die Anzeige am Gleis falsch ist. Reni fällt auf, dass ich meine Handschuhe im Zug liegen lassen habe. Sina rennt noch mal rein. Ich habe jetzt natürlich Angst, dass der ICE mit ihr losfährt…und sie ohne uns in die falsche Richtung fährt. Ich rufe sie zurück….aber sie schafft es zum Glück noch bevor der Zug losfährt zusammen mit meinen Handschuhen wieder raus zu kommen!

Etwas später kommt dann auch unser richtiger Zug und wir finden hier noch vier Plätze für Schwerbehinderte, die wir ja solange besetzen dürfen, bis jemand kommt, der sich dorthin setzen möchte. Es kommt aber niemand und so haben wir die ganze Fahrt lang ein gemütliches Plätzchen. Im Nachhinein findet Sina es übrigens sehr lustig, dass wir Behindertenplätze hatten.

Als wir gerade dabei sind unsere Koffer irgendwo unterzubringen, kommen uns noch ein paar bekannte Gesichter entgegen! Ich freue mich, schon wieder ein paar Faniels! Diesmal sind es Nelly, Dorit, Ria und Ozeanna, die für mich nun auch endlich mal ein Gesicht bekommt.

Die Fahrt verschönern wir uns mit Daniel-Photos angucken und vielen schönen Gesprächen und Musik hören. Der Zug hat die ganze Zeit zwischen 10 und 20 Minuten Verspätung. Reni hofft, dass sie in Nürnberg noch ihren Anschlusszug bekommt.

Wir kommen statt 14h32 um kurz vor 15Uhr endlich in Augsburg an. Goofy ist aber auch gerade erst gekommen, um uns abzuholen, weil er vorher noch shoppen war.

Wir lernen seine Mutter kennen, die uns vom Bahnhof abholt. Sie muss noch in ein paar Schuhläden fahren, weil Goofy sich noch Winter-Chucks kaufen will, aber keine in seiner Größe findet.

Zu Hause bei ihm angekommen, lernen wir seine Schwester und die Katze kennen und werden mit einem bombastischen Mittagessen verwöhnt. Hier auch noch mal Danke dafür!

Den Tag bei Goofy verbringen wir damit, alte TV-Auftritte von Daniel zu gucken, wobei mir teilweise die Tränen laufen, weil es alles so rührend ist. Bin halt nah am Wasser gebaut und freue mich so sehr auf das Konzert am Samstag. Später zeigt Goofy uns noch viele schöne Photos, von sich, anderen Faniels und so weiter und so fort. Wir gucken noch „Herr der Ringe“ auf Englisch und Goofy kümmert sich ganz lieb um Sina, die nicht alles versteht.

Goofy gibt uns den Auftrag am nächsten Morgen um 7Uhr ins Bad zu gehen, weil er ja ne dreiviertel Stunde im Bad braucht und wir dann bitte schon fertig sein sollen, wenn er aufsteht. Na gut, bitte. Wir sind ja Gäste und folgen seinem Willen.

Als wir um zehn Uhr am Samstag nicht alle fertig sind, wird Goofy ungeduldig, auch wenn es eigentlich er ist, der noch nicht alle wichtigen Dinge eingepackt hat. Gegen halb elf kommen wir dann aber auch los. Goofys Papa kommt auch mit ins Konzert, weshalb er fährt. Nach kurzem Suchen finden wir dann gegen halb zwölf, zwölf auch das Backstage089. So viele Fans sind noch nicht da, ich hatte mit mehr gerechnet. Wir holen erstmal unsere ASP-Bons ab, kaufen Lose für die Verlosung. Waltraud sagt mir und Goofy, dass wir bei der ASP die Verlosung übernehmen sollen.

Hier und da wird begrüßt, geknuddelt, gequatscht und Photos angeguckt. Ich liebe diese Atmosphäre. Mittlerweile kenne ich so viele Menschen hier! Es ist eisekalt glaube ich, aber so richtig frieren tu ich nicht. Ich habe andere Dinge im Kopf als die Kälte. Immer wieder treffen andere Fans ein, mit denen ein Pläuschen gehalten wird.

Die Zeit vergeht zwar nicht wirklich schnell bis zum Einlass, aber ich bereue es nicht, dass wir so früh zur Halle gefahren sind. Ich bin einfach nur froh, diese lieben Menschen jetzt um mich zu haben. Ab und an gehen wir mal zur Tankstelle, wärmen uns auf, vertreten uns die Füße.

Daniels-Team sieht man auch irgendwann mal über das Gelände huschen. Das Danielweb-Team versucht die Wartezeit mit Glühwein, Punsch, Kaffee und Kuchen zu versüßen. Der Erlös geht ans Daniel-Haus in Eggenfelden. Sie haben sogar extra Tassen für das Konzert entworfen, die man heute kaufen kann.

Später treffen ein paar kleine niedliche Kinder ein, so um die 16 Jahre vielleicht. Ja, so kleine Punks, die meinen sie müssen auf cool machen und sich der Meinung der Allgemeinheit anschließen und Daniel erstmal schlecht machen. Sie stänkern rum, trinken am frühen Nachmittag Bier. Und werden letztendlich vom Backtage089 aufgefordert, zu verschwinden.

Plötzlich hört man die Band in der Halle proben. Freude! Ob wir auch gleich in den Genuss von Daniels Stimme kommen werden? So wie im Sommer in Eggenfelden? Wir werden nicht enttäuscht. Da ist, Daniels tolle, starke Stimme ertönt in der Halle und trifft mich. Bum, Bang..krawumm. Mittenrein. „Ist denn niemand bereit..?“ Da hat er es mal wieder geschafft und ich stehe schon vorm Konzert draußen mit Tränen in den Augen. Dieses ungeahnte, überraschende geht immer ganz tief rein bei mir. Und so stehe ich da. Nehme Daniels Töne auf und genieße. Auch live hören sich die neuen Songs wahnsinnig toll an. Der Soundcheck geht lange finde ich…bestimmt eine halbe Stunde oder länger hören wir Daniel und die Band. Die Band haut auch so richtig rein, laut und fetzig hört man sie. Ich freue mich immer mehr auf das Konzert!

Dann geht die Tür zur Halle auf, das sieht man vom Anstehen aus. Und rechts luckt Daniel raus! Einmal kurz. Er sieht irgendwie neugierig aus, halt mal so gucken, was da draußen so abgeht. Zweimal guckt er noch um die Ecke. Ich hab den Eindruck, als wenn er gute Laune hat heute. Hachja. Wann geht es endlich los?!

Ein Kamerateam filmt jetzt die Fans und interviewt auch einige. Ich drehe mich weg, diesmal habe ich wirklich keine Lust und bleibe auch ganz still, als sie sich vor uns stellen und fragen, ob wir ihnen was erzählen könnten. Jule übernimmt das heute.

Und Goofys Papa wird auch gleich noch gefragt. Beide geben tolle Antworten. Mögen wir hoffen, dass das Material gut genutzt wird. Uns wird gesagt, dass das für die Band ist. Auf der Kamera ist kein Sender-Schild zu erkennen, ist aber ne Profi-Cam und ein 3-Mann-Team. Also lassen wir uns überraschen, Gerüchte gibt es ja schon mal wieder viele.

Hinter dem Zaun des Backstages entdecke ich Silli, der ich mich heute mal vorstellen, wollte, da sie mich neulich im Forum mit jemand ganz anderem verwechselt hat und ich das doch mal öffentlich klarstellen wollte. Etwas beschämt steht sie mir dann gegenüber, als ich ihr sage, dass ich die Lucille bin. Sie weiß schon, weshalb ich ihr das sage.

Ja…und irgendwann ist es gegen Abend…vielleicht so 18Uhr und es scheint uns, als wenn die Fans jetzt vorne rein gelassen werden. Noch nicht in die Halle, aber auf das Gelände. Nachdem der größte Schwung schon drin ist, gehen auch wir hinterher. Mir wird erzählt, dass es wohl eben ganz schön chaotisch zu ging und einige Faniels sogar auf dem Boden gelegen haben.

Als wir dann so unter dieser kleinen Überdachung gestanden haben…kommt Silli öfters mal an uns vorbei. Und einmal sieht sie leider eine Kante an der Tür nicht und fällt hin. Ich muss an die Fans denken, die wohl auch gestürzt sind, so wie Alexa es mir erzählt hat.

Wir stehen gerade unter dieser kleinen Überdachung beim Weg in die Halle, als von vorne durchkommt, dass alles vorne abgegeben werden muss, ansonsten muss man sich wieder hinten anstellen und wer einen Photoapparat dabei hat, bekommt Hausverbot. Da ich darauf keine Lust habe und meinen Mantel eh abgeben muss, gibt Sina unsere zwei Mäntel also ab. Es ist jetzt so rund 18h50, es müsste also eh gleich rein gehen, denke ich mir, den Moment werde ich auch aushalten in der Kälte.

Tja, getäuscht. Oder besser: Reingefallen auf die Securities? Vielleicht auch eigene Dummheit, wie auch immer. Jedenfalls muss ich über eine halbe Stunde in eisiger Kälte stehen – in kurzärmligem, flattrigen Oberteil. Ich friere mir den Arsch ab und hoffe, endlich in die Halle zu kommen. Jetzt stört es mich auch gerade gar nicht mehr, dass wir so eng stehen die ganzen Fans. Ich wurde ordentlich von fremden Körpern gewärmt. Danke Euch dafür.

Irgendwann höre ich Lady schreien, dass sie gleich von der Treppe fällt. Die arme.

Ich fröstelte also vor mich hin. Und der eine der zwei Securities hatte nichts anderes zu tun als mich auszulachen und mich blöd anzumachen, dass ich ja selbst schuld sei, wenn ich meinen Mantel schon abgebe. Ok…ganz ruhig bleiben denke ich mir. Bereitwillig lass ich mir zweimal in meine Tasche gucken, sieht wohl sehr verdächtig aus das Teil. Jetzt weiß ich auch, wieso der Einlass so lange gedauert hat. Meine Karte dagegen, für die ich 60Euro bezahlt habe, guckt sich keiner an. Super. Hätte ich auch noch andere Leute für umsonst mit in die Halle nehmen können.

Dann bin ich drin, freue mich, endlich Wärme um mich herum. Und schon so viele Menschen. Wir suchen uns erstmal ein Plätzchen, um es dann wieder zu verlassen und zum Fanshop zu gehen. Einmal die neuen Artikel angucken. Eigentlich alles ganz hübsch, nur auch nicht gerade günstig.

Am Ende stellen wir uns recht mittig in die Halle, meine Freundin vom Praktikum habe ich auch wieder gefunden. Und Curlysue steht auch da. Ich bemerke, dass man in der Halle rauchen kann…ja, fällt mir sehr früh auf…und habe schon Angst, dass mir das nicht gerade gut tun wird.

Es wird später und später, immer noch sind nicht alle drin. Und auch ein paar bekannte Gesichter hab ich immer noch nicht erspäht. Ich hoffe, dass sie aber schon da sind und nicht zu spät angekommen sind, wegen dem Wetter. Ein Mann auf der Bühne sagt uns, dass es etwas später anfangen wird, weil noch nicht alle drin sind.

Ziemlich plötzlich kommt dann Daniel auf die Bühne. Und los geht’s, fetzig mit „Liebe Nation“…hach...Power steckt da drin, ich springe umher, reiße die Arme hoch,…kann mich nicht entscheiden, ob ich lieber dieser schönen Stimme lauschen sollte oder laut mit gröhlen soll. Am Ende komm ich nicht drum herum…ich springe, schreie mit, meine Arme in die Höhe!

Daniel begrüßt uns und erklärt, dass das heute ein Konzert der Worte, der Texte wird. Kein Konzert der Performance. Ich bin gespannt, was uns erwartet. Klar, die neue CD spricht für sich, da braucht Daniel nicht seinen Hauchi-Bauchi zeigen, es würde nicht mal passen… In dem Moment denke ich nicht daran, wie herrlich schön ich aber auch den erotische Daniel finde. Lasse ich mich heute also total auf die Texte ein…mehr noch, als beim Anhören der CD.

Die Party ist in vollem Gange. Daniel erzählt Witze…über eine Frau beim Sozialamt, über Frauen gehobenen Alters, die mit jungen Männern Sex haben oder von Sepps, die neue Schuhe haben, aber vielleicht lieber mal nen neuen Hut gebrauchen könnte, weil „er“ dann auch mal hochguckt.

Ich finds amüsant, wie der Daniel da vorne auf der Bühne steht, seine Witze versucht zum Besten zu geben. Bin nicht der Typ für Witze eigentlich. Aber in München, ja, da kann ich auch über Daniels Witze lachen. Vielleicht liegt es auch einfach an der Art, wie Daniel sie uns erzählt, dass der den Witz kurz vorm Ende vergisst, dass er sich selbst schon schlapp lacht beim Erzählen.

Nach zwei Songs, die Stimmung ist am kochen…erklingen die Töne von „Supernova“. Ich kann gerade noch denken…nun bin ich ja mal gespannt, wie er das Lied nun singt…diese ganzen Entfernungen…sind ja schon net gerade einfach auswendig zu lernen. Doch da…geht Daniel weg vom Mikro, stellt sich an den hinteren Bühnenrand…und „Supernova“ kommt vom Band. Meine Stimmung sinkt jetzt irgendwie.

Bald ist schon Pause. Mir kommts vor, als wenn Daniel gerade erst auf die Bühne gekommen ist. Naja, ne halbe oder dreiviertel Stunde ist er schon da gewesen, aber die Zeit ging echt schnell um.

Die Pause vergeht einfach nicht. Mir wird ein bisschen langweilig. Und schlecht. Schwarz vor den Augen, weiche Knie. Druck auf den Ohren. Unbeschreibbarer Zustand irgendwie. Die Luft ist total schlecht in der Halle. Hitze, Rauch, … Versuche es auszuhalten, futtere ein paar Traubenzucker. Bringt nichts. Wollte sparsam sein, und mir kein teures Getränk beim Konzert kaufen. Aber dann ging es nicht anders. Im ersten Lied nach der Pause rette ich mich zur Bar und kaufe ein Wasser. Drei Minuten später bin ich auch wieder fit und springe wild umher.

Daniel spricht von esoterischen Runden…erzählt weiter auf seine ganz eigene Art Witze.

Dann kommt eine Coverversion, wie er uns erklärt. Eine, die er schon mal gesungen hat und die er sehr schön findet. „Flugzeuge im Bauch“. Oh mein Gott! Damit hatte ich absolut nicht gerechnet. Wahnsinn. Ich liebe dieses Lied, wenn Daniel es singt. In Eggenfelden war es zusammen mit „Nessaja“ der Höhepunkt, brachte mich schon auf dem Zeltplatz beim Soundcheck zum weinen…berührt mich zu sehr dieses schöne Lied. Daniel singt es wieder wunderschön, mit wahnsinnig viel Gefühl. Es geht mir nahe. Ich träume…beobachte.

Als das Lied zu Ende ist glaube ich, dass ich es überstanden habe. Aber ich habe mich getäuscht. Daniel fängt an zu erzählen. Über das scheiß Problem Liebe. Wie sehr er sich wünschen würde, dass er an Weihnachten nach Hause kommt und da jemand auf ihn wartet, der mit ihm kuscheln will, der mit ihm Sex will.

Hilfe. Ich kann nicht mehr, bekomme einen Anfall…schmeiße mich Jule an die Brust und heule, schreie. Scheiße, Daniel hat so Recht. In mir zerreißt irgendwas, keine Ahnung, es ist nicht zu beschreiben, was in diesem Moment in mir passiert.

Ich würde Daniel so sehr wünschen, dass er nach Hause kommt und da jemand auf ihn wartet… Er selbst sagt, dass er aber gar keine Zeit für die Liebe hat.

Mir kommt das bekannt vor. Kenne ich nicht auch jemanden sehr gut, der auch meint, er hat keine Zeit für eine Beziehung, der auch alleine glücklich ist, weil er ja nicht einsam ist? Aber was ist im Inneren, ganz tief da drin. Will man nicht doch jemanden zum Kuscheln haben?

Daniel.

Irgendwann habe ich mich wieder beruhigt. Die „Einsamkeit“ kommt. Nachdem Daniel einmal alleine gesungen hat, fragt er uns, ob wir den Text schon kennen. Und dann singen wir abwechselnd… „Du bist die Farbe, ich bin das Licht…“. Das Lied bekommt so eine ganz tolle neue Version oder so, es gefällt mir richtig gut so…man merkt die Verbindung zwischen Fans und Sänger. Der Daniel da auf der Bühne singt nicht nur für die Fans, sondern auch mit ihnen.

Langsam will Daniel zum Schluss kommen. Womit die Fans natürlich nicht einverstanden sind. Nach der schmusigen Nummer „Ich werde Dich finden“ gibt er noch „Rebell“ und „Liebe Nation“ als Zugabe.

Doch dann ists vorüber. Daniel geht von der Bühne, die Fans bilden eine Traube um sich für die Autogrammstunde anzustellen. Ich gehe zusammen mit Sina zu Fisch, die uns die „Im Endeffekt“ gibt, die wir verkaufen sollen.

Daniel gibt währenddessen Autogramme. Ab und an sehen wir ihn. Er gibt sich Mühe alle Wünsche zu erfüllen. Nimmt Geschenke an und lässt Photos mit sich machen.

Und dann ist er weg.

Wir treffen noch die Journalistin, die wir bei der KvD AGS in Berlin kennen gelernt haben und sollen es für sie und ihren Begleiter ermöglichen, dass sie noch mit zur ASP kommen kann. Wir holen unsere Mäntel und fahren zur ASP-Halle, wo sie dann auch schon angekommen ist und auch schon drin ist.

Bluemoon begrüßt uns und schon kann es losgehen. Die Plätze sind schon alle besetzt, zum Büfett eine riesen Schlange. Ich bleibe erstmal an einem Tisch stehen. Dann werde ich noch für den Rolling Stone interviewt. Als ich es dann zum Büfett schaffe ist das schon fast leer, gebe mich mit einem Brötchen und Käse zufrieden. Trinken war mir eh erstmal wichtiger.

Wir tanzen etwas, machen eine Polognese…die letzten Lose werden verkauft. Dann moderieren Goofy und ich die Verlosung. Danach leert sich die ASP ein bisschen. Es ist ja auch schon etwas spät geworden.

Für uns ist die Nacht noch nicht zu Ende. Wir verlassen die Tanzfläche mittlerweile eigentlich gar nicht mehr. Haben viel zu viel Spaß da oben. Es macht so viel Spaß mit den anderen Fans zu Daniel-Musik zu tanzen. Mit Caro übe ich Walzer zu Daniel-Liedern…

Und gegen vier Uhr nachts fahren wir dann auch wieder zu Goofy nach Hause.

Kurz schlafen, morgens frühstücken. Goofys Mama ist so nett und fährt uns zum Bahnhof nach Augsburg. Verabschieden ist angesagt. Aber wir wissen ja, dass wir uns bald wieder sehen.

Elf Stunden müssen wir fahren, die wir damit verbringen, die „Im Endeffekt“ zu lesen, einen Rezension zu „Liebe Nation“ für meinen Englisch-Kurs zu schreiben, ich bin albern, gehe auf die Suche nach der Motzpuppe, meine Mitfahrer bekommen meine verschiedenen Persönlichkeiten zu spüren.

Es ist lustig, wenn auch etwas deprimierend, dass wir so ewig lang fahren müssen. Aber wie kommt man billiger von München wieder zurück? Lieber billig und länger unterwegs als so teuer. Außerdem hat man so noch was von den anderen Faniels, mit denen man zusammen reist. Bei der einstündigen Wartezeit auf dem Bahnhof in Leipzig ruft mich Goofy noch an. Er macht heute auf Radio Positive Energie ein Special über das Konzert und möchte, dass auch ich was darüber erzähle.

Um 23Uhr bin ich dann endlich in Magdeburg. Nehme die Straßenbahn zu meiner Wohnung. Wieder höre ich die Geräusche, die auch auf dem Album zu hören sind. Straßenatmosphäre. Mit „Ich werde Dich finden“ geht die CD zu Ende, und auch mein schönes Wochenende findet nun ein Ende. In den Geräuschen der Stadt.

Danke an Daniel für das unvergessliche Konzert.
Danke an das ASP-Organisationsteam für die tolle Party.
Danke an Goofy und seine Familie, die uns so wahnsinnig lieb beherbergt haben.
Danke an alle Faniels, die die Party und das Konzert gerockt haben.




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